Das Anliegen von Schulsozialarbeit ist es durch Beratung, Begleitung und Unterstützung behinderungsbedingte und soziale Benachteiligungen auszugleichen und somit zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen beizutragen.

Schulsozialarbeit ist ein unabhängiger Dienst an der Institution Schule, der sich den spezifischen Fragestellungen annimmt, die sich auf das Kind mit Behinderung und seine Familie beziehen. Diese Unterstützung erreicht die Betroffenen direkt in einem ihnen vertrauten Rahmen, dem Lebensort Schule.

 

Zur Geschichte:

Im März 1998 wurde auf Initiative des Schulleiters Manfred Stich erstmalig eine Stelle für Schulsozialarbeit  eingerichtet. Somit war die Schule die erste Schule für Praktisch Bildbare im gesamten Kreis Offenbach, die sich eine Stelle für Schulsozialarbeit erkämpfte. Auf Erfahrungen anderer Förderschulen mit Schwerpunkt geistige Entwicklung konnte somit nicht zurückgegriffen werden. Vorstellungen wie Schulsozialarbeit aussehen könnte, waren zwar vorhanden, in der Praxis allerdings nicht erprobt. So waren die ersten Jahre der Schulsozialarbeit Pionierarbeit unter dem Leitsatz "Jeder Mensch hat ein Recht auf soziale Eingliederung in allen Lebensbereichen als auch das Recht sich innerhalb der Gemeinschaft als handelnder und erlebender Mensch einzubringen und zu verwirklichen". (Hess. Kultusminister, 1983,4)

 

Nachdem Ende 2000 die Finanzierung eingestellt wurde, ermöglichten die ungebrochenen Bemühungen von Herrn Stich die Wiederaufnahme von Schulsozialarbeit im Dezember 2001 unter der Trägerschaft der Behindertenhilfe Stadt und Kreis Offenbach e.V. mit 25 Wochenstunden für die allgemeine Schulsozialarbeit und 5 Wochenstunden für Emanzipatorische Mädchenarbeit, die bis 2007 über Spendengelder von der Schule selbst finanziert wurde. Ende 2007 wurde durch das Engagement des damaligen Schulelternbeirats und des Schulleiters Manfred Stich, die Finanzierung der Mädchenarbeit durch den Kreis Offenbach übernommen.

 

Das Leistungsspektrum:

Durch individuelle Hilfen für die Schüler/Innen und deren Familien soll deren Autonomie in Form der Hilfe zur Selbsthilfe gefördert, unterstützt und weiterentwickelt werden. Basis der Arbeit ist somit der Aufbau einer fachkundigen, hilfreichen und vertrauensvollen Beziehung zu den Schüler/Innen und ihren Eltern.

Neben speziellen Angeboten für Schüler und Schülerinnen umfasst das Leistungsspektrum folgende Arbeitsbereiche:

 

•   Individuelle Hilfen für Schüler/Innen und deren Familien

•   Allgemeine Elternarbeit und Informationen

•   Zusammenarbeit mit den pädagogischen Teams der Schule und der Schulleitung

•   Vernetzung und Kooperationen mit außerschulischen Partnern

•   Qualitätssicherung

 

Emanzipatorische Mädchenarbeit:

Besonders Mädchen mit Behinderungen fehlt es oft an dem nötigen Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Sie sind es gewohnt, dass man ihnen nichts zutraut, es ist „normal“ dass sie fremdbestimmt werden.Die sich aus ihrer Behinderung ergebenden Hilfebedarfe lassen sie in ihrem Selbsterleben hilflos und schwach erscheinen. Um Selbstbewusstsein entwickeln zu können ist eine positive Einstellung zur eigenen Person und den eigenen Fähigkeiten erforderlich. Dementsprechend hat die Mädchenarbeit das Ziel, Selbstbewusstsein und somit auch die Persönlichkeit von Mädchen zu stärken und zu fördern.

Dies wird konkret umgesetzt in der eigenverantwortlichen Freizeitgestaltung und in Projekten zu unterschiedlichen Themen wie:

•   Fotoprojekte unter dem Motto „ Das bin ich – und noch viel mehr“

•   Selbstverteidigung

•   Gestaltung der Fürbitten bei der Hubertusmesse

•   Vorführungen bei Schulfesten z.B. Modenschau, Katzen-Tatzen-Tanz

•   Teilnahme an der Mädchenkonferenz 2012 in Bielefeld

 

Den Mädchen soll hier ein Handlungsfeld eröffnet werden, innerhalb dessen sie sich mit all ihren Möglichkeiten erproben können. Das Angebot besteht für alle interessierten Mädchen unserer Schule ab dem 10. Lebensjahr.